Zeolith in der Landwirtschaft – was es kann und was nicht

    Zeolith taucht in unserem Sortiment an sehr vielen Stellen auf: in der Einstreu, im Stall, im Boden, in der Gülle, im Fermenter und im Wasser. Das weckt bei manchen Kunden zu Recht den Verdacht, es solle alles können. Deshalb hier eine nüchterne Einordnung – mit einem eigenen Abschnitt darüber, was es nicht kann.

    Was Zeolith überhaupt ist

    Klinoptilolith ist ein natürlich vorkommendes Mineral mit einer porösen Gitterstruktur. Diese Struktur hat zwei Eigenschaften, aus denen sich alles Weitere ergibt:

    Eine sehr große innere Oberfläche. Bei klinoPRO sind es bis zu 600 Quadratmeter je Gramm, bei amoSTOP 500 Quadratmeter je Gramm, bei klinoAQUA 300 bis 600 Quadratmeter je Gramm.

    Eine negative Ladung. Dadurch zieht das Mineral positiv geladene Teilchen an und hält sie fest. Der Fachbegriff dafür ist Kationenaustausch. Bei klinoAQUA liegt die Kationenaustauschkapazität bei etwa 160 bis 200 meq je 100 Gramm.

    Alles, was Zeolith kann, folgt aus diesen beiden Punkten. Und alles, was es nicht kann, ebenfalls.

    Was Zeolith kann

    Ammonium binden

    Das ist die wichtigste Eigenschaft. amoSTOP hat laut Datenblatt eine Bindekapazität von 23.500 Milligramm Ammonium je Kilogramm. Im Stall bedeutet das weniger Ammoniak in der Luft, in der Gülle weniger Geruch, im Fermenter weniger Prozesshemmung.

    Wichtig ist dabei die Reihenfolge, in der das Mineral bindet. Die selektive Ionenaustauschreihe von amoSTOP lautet: Ammonium vor Kalium vor Natrium vor Magnesium. Ammonium wird also bevorzugt aufgenommen – genau das, was gewünscht ist.

    Wasser aufnehmen und wieder abgeben

    Die große Oberfläche nimmt Feuchtigkeit auf und lässt sie verdunsten. klinoPRO erhöht die Feuchtigkeitsaufnahme der Einstreu laut Datenblatt um bis zu 400 Prozent. Im Boden verringert klinoTERRA über die Wasserspeicherkapazität den Trockenstress der Pflanzen.

    Nährstoffe speichern statt auswaschen

    Was gebunden ist, wird nicht ausgewaschen und steht später zur Verfügung. klinoTERRA speichert Stickstoff und verlängert dessen Verfügbarkeit. In der Gülle nimmt klinoGÜLLE Ammonium, Natrium und Kalium auf und gibt sie bedarfsgerecht wieder ab.

    Mikroorganismen eine Fläche bieten

    Die poröse Oberfläche ist eine Besiedelungsgrundlage. Im Boden fördert das laut Datenblatt Bodenleben und Humusaufbau, in der Biogasanlage die Methanbildung, in der Einstreu die Bildung eines Biofilms.

    Physikalisch gegen Milben wirken

    Sehr fein vermahlener Zeolith bildet Kanten, die für die Rote Vogelmilbe und andere kriechende Insekten tödlich sind. Das ist rein mechanisch – ohne chemischen Wirkstoff, ungiftig für Mensch und Tier.

    Den pH-Wert puffern

    klinoTERRA und klinoGREEN puffern den pH-Wert im Boden, klinoBIOGAS im Fermenter, klinoPRO in der Einstreu.

    Was Zeolith nicht kann

    Hier wird es interessant, weil diese Punkte selten jemand ausspricht.

    Es ist kein Dünger

    Zeolith speichert Nährstoffe, es liefert keine. Wer nichts düngt und nur Zeolith ausbringt, hat einen guten Speicher ohne Inhalt. Der Nutzen entsteht in Kombination mit organischer oder mineralischer Düngung – nicht als Ersatz dafür.

    Das gilt genauso im Stall: Der angereicherte Mist ist ein wertvoller Dünger, weil er den gebundenen Stickstoff enthält. Das Mineral selbst bringt keinen Stickstoff mit.

    Es bindet kein Nitrat

    Zeolith bindet positiv geladene Teilchen. Nitrat ist negativ geladen und wird deshalb nicht gebunden. Wer Nitratauswaschung erwartet zu verhindern, erwartet das Falsche. Was Zeolith kann, ist Ammonium zu halten, bevor es überhaupt zu Nitrat wird.

    Es ist kein Pflanzenschutzmittel und kein Arzneimittel

    Zeolith bekämpft keine Pilzkrankheiten und keine Schädlinge auf chemischem Weg. Gegen Milben wirkt es rein mechanisch, und das auch nur dort, wo es tatsächlich hinkommt.

    Es ersetzt kein Management

    Das ist der wichtigste Punkt. klinoPRO in einem Stall mit zu wenig Einstreuhöhe rettet die Matte nicht. amoSTOP im Geflügelstall ersetzt nicht das Durcharbeiten des Tränkenbereichs. klinoGÜLLE macht ein zu klein dimensioniertes Rührwerk nicht groß.

    Zeolith verstärkt gute Arbeit. Es gleicht schlechte nicht aus.

    Es wirkt nicht sofort und nicht unbegrenzt

    Die Bindekapazität ist endlich. Ist sie erschöpft, muss nachgestreut werden – deshalb stehen in allen unseren Datenblättern laufende Anwendungsmengen und nicht nur eine Erstanwendung.

    Die Dosierungen auf einen Blick

    AnwendungProduktMenge
    Einstreuhygiene StallklinoPRO150 g/m² Grundeinstreu, 50 g/m² wöchentlich
    Liegebox MilchviehamoSTOP100 g/m² zu Beginn, 50 g/m² wöchentlich, 150 bis 200 g/m² Boxenpflege
    Ackerbau SaatfurcheklinoTERRA25 bis 35 kg/ha
    Ackerbau flächig, GrünlandklinoTERRA250 bis 350 kg/ha
    Garten und HochbeetklinoTERRA1 bis 1,5 kg/m²
    Rasen, Sport- und GolfplätzeklinoGREEN1 bis 3 kg/m²
    VertikutierenklinoGREEN300 bis 500 g/m²
    Gülle ErstanwendungklinoGÜLLEca. 200 kg/100 m³
    Gülle FolgeanwendungklinoGÜLLE2 kg/m³
    Biogas GrunddosierungklinoBIOGAS5 bis 15 kg/100 m³
    Biogas laufender EintragklinoBIOGAS250 bis 350 g je Tonne Eintrag
    WasserfilterklinoAQUA1 bis 3 kg je 100 Liter Filtervolumen
    Sandbad GeflügelklinoSAND5 kg/m²

    Alle Angaben sind Richtwerte und hängen von den Bedingungen im Betrieb ab.

    Der Kreislauf, der oft übersehen wird

    Interessant wird Zeolith, wenn man es nicht als Einzelprodukt betrachtet, sondern als Kreislauf:

    Das Additiv bindet im Stall Ammonium und Feuchtigkeit. Der angereicherte Mist geht auf den Acker – und gibt dort Feuchtigkeit und Stickstoff langsam und kontinuierlich ab. Oder er geht in die Biogasanlage, wo dieselbe Oberfläche den Prozess stabilisiert und die Gärreste anschließend die Bodenstruktur verbessern.

    Der Stickstoff, der sonst als Ammoniak in die Luft geht, landet damit dort, wo Sie ihn haben wollen.

    Zulassung und Herkunft

    klinoPRO ist ein Naturprodukt und für BIO-Betriebe zugelassen. amoSTOP ist in der EU als Futtermittelzusatzstoff zugelassen und damit nicht toxisch. klinoSAND ist als Bindemittel mit der Zusatzstoff-Kennnummer 1g568 gemäß Verordnung (EU) Nr. 651/2013 für alle Tierarten zugelassen und im ökologischen Landbau verwendbar. klinoTERRA und klinoGREEN sind zu 100 Prozent reine Naturprodukte, auch für den ökologischen Anbau geeignet.

    Wenn Sie unsicher sind

    Sagen Sie uns, welches Problem Sie lösen wollen – nicht, welches Produkt Sie suchen. Ammoniak im Stall, Trockenstress auf dem Acker, Schwimmschichten in der Grube und Schaum im Fermenter sind vier verschiedene Aufgaben, auch wenn dasselbe Mineral dahintersteckt. Wir sagen Ihnen auch, wenn Zeolith für Ihr Problem nicht das Richtige ist.

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