Strohpellets oder Späne – der ehrliche Vergleich
Späne sind in Pferdeställen weit verbreitet, und das hat gute Gründe: Sie sind staubarm, gut verfügbar und jeder Stallhelfer weiß, wie man damit umgeht. Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn er konkrete Vorteile bringt. Hier der Vergleich, ohne Schönfärberei.
Was Späne gut können
Staubarm. Gute Hobelspäne sind entstaubt und für atemwegsempfindliche Pferde geeignet. Das ist ein echtes Argument, und es ist der Hauptgrund, warum viele Ställe auf Späne umgestiegen sind.
Vertraut. Jeder weiß, wie man Späne einstreut und ausmistet. Es braucht keine Umstellung im Kopf.
Optisch hell. Späne sehen sauber aus, auch wenn sie es nicht mehr sind. Ob das ein Vorteil ist, muss jeder selbst beurteilen.
Wo Pellets und Granulate besser abschneiden
Feuchtigkeitsbindung
Ein Kilogramm PellSoft + bindet bis zu 4 Liter Wasser. GranuHorse + bindet bis zu 4,5 Liter je Kilogramm, GranuPollo + bis zu 5 Liter – viermal mehr als Holzpellets.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Aufnahme, sondern die Abgabe. Unsere Granulate haben eine Verdunstungsfläche von 400 Quadratmetern je Kilogramm. Die Einstreu trocknet nach, statt Feuchtigkeit zu halten.
Ammoniak im Stall
Hier ist der Unterschied messbar. In einem Vergleich verschiedener Einstreumaterialien über 14 Versuchstage lag die Ammoniakkonzentration bei Holzspänen deutlich höher als bei Strohgranulat mit Additivtechnik – über den gesamten Versuchszeitraum, mit steigender Tendenz.
Quelle: Ergebnisse Prof. Dr. Hesse, Göttingen, ergänzt durch Eigenmessungen im Versuchsstall (n = 12 je Einstreumaterial).
Für ein Pferd, das viele Stunden am Tag mit der Nase dicht über der Einstreu steht, ist das der wichtigste Unterschied überhaupt.
Verwertung des Mists
Hier liegt ein Punkt, den viele Betriebe unterschätzen. Spänemist kompostiert langsam, weil das Holz ein ungünstiges Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis hat. Viele Betriebe zahlen für die Entsorgung.
Unsere Produkte sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Der angereicherte Mist ist ein organischer Dünger für Garten und Acker und ein Substrat mit hohem Gasertrag für Biogasanlagen. Pellmis aus Miscanthus kompostiert schneller als Stroh oder Späne.
Aus einem Kostenposten wird damit ein verwertbarer Rohstoff – vorausgesetzt, Sie haben eine Verwendung dafür.
Arbeitsaufwand
Bei Spänen wird in der Regel täglich durchgemistet. Bei einer Pelletmatratze werden in den ersten 10 Tagen nur die Pferdeäpfel oberflächlich entfernt, danach punktuell nasse Stellen ausgestochen. Bei guter Pflege steht ein komplettes Ausmisten erst nach etwa 6 Monaten an.
Wo Späne gleichauf oder besser sind
Beim Staub sind gute, entstaubte Späne konkurrenzfähig. Unsere Produkte werden bei rund 120 Grad thermisch behandelt und mehrfach entstaubt – GranuHorse + eignet sich damit auch für staubsensible Pferde und Allergiker. Beide Materialien können hier gut sein.
Bei der Umstellung haben Späne den Vorteil, dass niemand umlernen muss. Bei Pellets ist die häufigste Fehlerquelle, dass wie bei Späne täglich durchgemistet wird – das zerstört die Matratze und macht die Umstellung unnötig teuer.
Beim Einkaufspreis je Sack kann es je nach Marktlage in beide Richtungen gehen. Aussagekräftig ist ohnehin nicht der Sackpreis, sondern die Kosten je Box und Jahr.
Was bei Allergie-Pferden zu bedenken ist
Wenn ein Pferd auf Weizenstroh reagiert, ist PellRaps eine Überlegung wert: Rapsstroh ist botanisch kein Getreidestroh – und damit die naheliegende Alternative zu Weizenstroh. Pellmis aus Miscanthus ist ebenfalls kein Getreidestroh und wird wegen des bitteren Eigengeschmacks nicht gefressen.
Nicht nur fürs Pferd: Geflügel- und Rinderstall
Puten und Hähnchen. Im Geflügelstall entscheidet die Einstreu über die Fußballen: Feuchte Einstreu ist die Hauptursache für Fußballenveränderungen. GranuPollo + bindet bis zu 5 Liter Wasser je Kilogramm und trocknet über seine große Oberfläche schnell wieder ab – die Einstreu bleibt locker statt zu verkleben. Gestreut wird anders als beim Pferd: eine dünne Anfangsschicht, die über den Durchgang mitwächst, statt einer dicken Matratze.
Milchvieh und Mastrinder. In der Liegebox zählen Trockenheit und Liegekomfort: CowBed + ersetzt mit einer Tonne rund zehn Tonnen Stroh und senkt das Mistvolumen um bis zu 60 Prozent. Der feine Strohanteil erleichtert zudem den Güllefluss – weniger Blockaden in Kanälen und Pumpe. Für Kälberbuchten gibt es CowBed + als feines Strohmehl.
Die Grundregel gilt in jedem Stall: Nicht der Preis je Sack entscheidet, sondern Saugkraft, Mistvolumen, Arbeitszeit und Stallklima.
So entscheiden Sie
| Ihre Priorität | Empfehlung |
|---|---|
| Ammoniak und Stallklima | Pellets oder Granulat, gegebenenfalls mit Zeolith-Additiv |
| Wenig Mistvolumen und Verwertung | Pellets oder Granulat |
| Wenig Arbeitszeit beim Misten | Pellets oder Granulat |
| Gewohnte Abläufe, keine Umstellung | Späne |
| Alternative zu Weizenstroh gesucht | PellRaps oder Pellmis |
| Trockene Fußballen im Geflügelstall | GranuPollo + |
| Liegeboxen und Kälberbuchten | CowBed + |
Wenn Sie unsicher sind: Wir liefern Teilmengen und Testmengen. Probieren Sie es an zwei Boxen aus, bevor Sie den ganzen Stall umstellen.
