Strohpellets richtig anfeuchten – Schritt für Schritt
Das Anfeuchten entscheidet darüber, ob aus Pellets eine stabile Matratze wird oder eine harte Schicht, die nichts aufnimmt. Es ist der einfachste Arbeitsschritt bei der Umstellung – und der, bei dem am meisten schiefgeht.
Die Anleitung in fünf Schritten
1. Box vorbereiten
Die Box muss sauber und trocken sein. Streuen Sie ein, wenn das Pferd nicht im Stall steht.
2. Pellets verteilen
15 Kilogramm je Quadratmeter gleichmäßig aufbringen. Lassen Sie 20 bis 30 Zentimeter zu den Wänden frei – dort sammelt sich sonst Material, das nie benutzt wird.
Bei einer Box von 12 Quadratmetern sind das 180 Kilogramm, also 12 Säcke zu 15 Kilogramm.
3. Wasser aufbringen
4 Liter Wasser je Quadratmeter. Bei 12 Quadratmetern also 48 Liter.
Gießen Sie gleichmäßig über die gesamte Fläche, nicht punktuell. Eine Gießkanne mit breitem Aufsatz oder ein Schlauch mit Brausekopf sind besser als ein harter Wasserstrahl.
4. Quellen lassen
Nach etwa 15 Minuten sind die Pellets aufgequollen und zerfallen zu einer 5 bis 7 Zentimeter dicken, federnden Matratze.
5. Das Pferd macht den Rest
Das endgültige Verteilen übernimmt das Pferd selbst. Sie müssen nicht nacharbeiten. Sorgen Sie für genügend Raufutter und freien Zugang zu Wasser, solange sich die Matratze setzt.
Die drei häufigsten Fehler
Fehler 1: Zu wenig Wasser
Wer spart, bekommt eine Matratze, die oben trocken und unten hart ist. Die Pellets zerfallen nur unvollständig, und die Saugfähigkeit wird nie erreicht. 4 Liter je Quadratmeter sind kein Richtwert nach oben, sondern die Menge, die gebraucht wird.
Fehler 2: Nachgestreute Pellets anfeuchten
Das ist der wichtigste Punkt und wird fast immer falsch gemacht. Nachgestreute Pellets werden NICHT angefeuchtet. Sie sollen die Feuchtigkeit aus der Matratze aufnehmen – dafür müssen sie trocken sein. Wer nachgestreute Pellets wässert, macht die Stelle nasser statt trockener.
Fehler 3: Wie bei Stroh ausmisten
In den ersten 10 Tagen wird nicht ausgemistet. Nur die Pferdeäpfel oberflächlich entfernen, kein Material aus der Box nehmen. Die Matratze braucht diese Zeit, um sich zu verfestigen.
Wer täglich durchmistet, zerstört sie und braucht dauerhaft mehr Material. Das ist der Grund, warum manche Betriebe die Umstellung als teuer empfinden – nicht das Produkt, sondern die Gewohnheit.
Schulen Sie alle Personen, die im Stall misten. Das ist wichtiger als jede Mengenangabe.
Bei welchen Produkten das Anfeuchten optional ist
| Produkt | Anfeuchten |
|---|---|
| PellSoft + | ja, 4 Liter je m², nach 15 Minuten aufgequollen |
| Pellmis | optional, 4 Liter je m² beschleunigt das Quellen |
| PellRaps | optional, ca. 4 Liter je m² beschleunigt das Quellen |
| GranuHorse + | nicht nötig – Granulat baut die Matratze direkt auf |
| CowBed + | quillt in der Liegebox auf, siehe Anleitung Milchvieh |
Bei GranuHorse + entfällt der Schritt komplett. Die Granulatstruktur bildet die Matratze ohne Wasser – ein Argument, wenn im Stall kein Wasseranschluss in der Nähe ist.
Ein Tipp, der Material spart
Streuen Sie nach der Fütterung ein. Das ist der Zeitpunkt, an dem am wenigsten Material verschoben und vertreten wird.
