Luzerne für Pferde – das eiweißreiche Ergänzungsfutter richtig füttern
Luzerne ist eine Hülsenfrucht – und genau das macht sie im Pferdefutter besonders: viel Eiweiß und Struktur, wenig Zucker und Stärke. Damit besetzt sie eine Lücke, die Heu und Getreide offen lassen. Hier steht, für welche Pferde sich Luzerne eignet, in welchen Mengen sie gefüttert wird und worauf Sie bei der Umstellung achten sollten.
Was Luzerne von Heu und Getreide unterscheidet
Drei Eigenschaften machen den Unterschied. Erstens der Eiweißgehalt: Unsere Luzerne-Pellets (Pelluz) liegen bei 16 bis 20 Prozent Rohprotein – deutlich über gewöhnlichem Heu. Zweitens der niedrige Gehalt an Zucker und Stärke: Luzerne liefert Energie über Rohfaser und Eiweiß, nicht über schnell verfügbare Kohlenhydrate, und ist arm an nicht strukturwirksamen Kohlenhydraten (NSC). Drittens die Struktur: Die groben Fasern erzwingen lange Kauzeiten. Mehr Kauen bedeutet mehr Speichel – und Speichel puffert die Magensäure. Gut für Magen und Verdauung.
Für welche Pferde sich Luzerne bewährt hat
Stoffwechselempfindliche Pferde. Wegen des niedrigen Zucker- und Stärkegehalts wird Luzerne von vielen Haltern gerade bei Themen wie Hufrehe, EMS oder ECS gefüttert. Auch PSSM-Pferde, die getreidefrei gefüttert werden müssen, sind ein typischer Einsatzfall.
Sportpferde und Zuchtstuten. Der hohe Eiweiß- und Lysingehalt deckt den erhöhten Bedarf bei Training, Turnier, Trächtigkeit und Laktation – ohne die Stärkemengen einer Getreideration.
Senioren und Pferde mit Kauproblemen. Eingeweicht wird aus den Heucobs oder den Pellets ein weicher Brei, der auch mit nachlassender Kauleistung gut aufgenommen wird.
Heu- und Stauballergiker. Durch die hohe Temperatur bei der Pressung sind keine Pilze, Sporen, Keime oder Allergene enthalten.
Die Mengen: so viel Luzerne passt in die Ration
Pelluz (Pellets): Als Ergänzung zur Heuration 0,3 bis 1,5 Kilogramm täglich bei Großpferden; für Ponys und Kleinpferde reichen 0,1 bis 0,5 Kilogramm. Pelluz ist auch als vollständiger Heuersatz einsetzbar – die Menge richtet sich dann nach Größe, Gewicht und Arbeit des Pferdes.
In jedem Fall: Langsam anfüttern, über ein bis zwei Wochen steigern, und immer ausreichend Wasser bereitstellen. Die genaue Ration hängt von Größe, Gewicht, Alter, Leistung und Gesundheitszustand ab – wir rechnen Ihren individuellen Bedarf gerne aus.
Pellets oder Heucobs – was passt zu Ihrem Pferd?
Die Pellets (Pelluz) sind praktisch zu dosieren und eignen sich als tägliche Ergänzung oder als vollständiger Heuersatz. Die Heucobs (PellHeu) bestehen aus reinem Wiesenheu und sind die Raufutterbasis, wenn das Pferd langfaseriges Futter noch gut aufnehmen kann. Beide sind ohne Zusatzstoffe, Bindemittel und Melasse.
Fachlich genau genommen gelten Pellets und Cobs als Raufutterersatz: Sie liefern die Rohfaser der Luzerne, ersetzen aber nicht die Beschäftigungswirkung von langfaserigem Heu. Langfaseriges Heu sollte trotzdem die Basis der Ration bleiben, sofern das Pferd es kauen kann.
Worauf Sie achten sollten
Luzerne ist calciumreich. In üblichen Zusatzmengen ist das unproblematisch, bei sehr hohen Anteilen sollte die Gesamtration im Blick behalten werden – besonders bei wachsenden Pferden.
Wenn Sie unsicher sind, schildern Sie uns Bestand und Fütterung: Wir rechnen die Ration durch und sagen ehrlich, ob und wie viel Luzerne für Ihr Pferd sinnvoll ist.
